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Bernhardiner ist beim gassigehen sehr aufgeregt

Thema: Allgemeines
  
stefanie_rüssmann schrieb am 01.06.2019   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo haben seit einem 3/4 jahr einen 74 kilo Bernhardiner vom tierheim. Beim gassigehen ist er sehr nervös und aufgeregt vor allem bei anderen hunden. Uns hat er schon ein paar mal durch den wald gezogen und kontrollieren geht nur mit dem Halti. Agressiv ist er nicht, nur bei seiner aufregung ist an hundebegegnungen nicht zu denken. Sons ist er ein lieber kerl was kann ich tun um mehr ruhe ins gassi gehen zu bringen

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 02.06.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Stefanie,
    ein Halti ist eigentlich nicht zur Kontrolle eines Hundes gedacht, sondern eher ein Hilfsmittel, einem Hund das ruhige Gehen an lockerer Leine beizubringen. Solange das nicht funktioniert, wird er immer weiter so aggressiv bei Hundebegegnungen reagieren, denn er wird nicht geführt, muss sein "Rudel" führen und deshalb auch regeln.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Wenn Sie an anderen Hunden vorbeigehen, versuchen Sie Ruhe auszustrahlen d. h. nicht reden, nicht schimpfen und nicht die Leine krampfhaft kürzer halten. Das alles veranlasst Ihren Hund nämlich, sich noch mehr aufzuregen.
    Üben Sie aber vor allem die Leinenführigkeit.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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