Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Bellen

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
Gisela Borutta-Böttcher schrieb am 06.09.2015   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Mischlinge bis 44 cm, weiblich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Zuerst einmal wünsche ich einen guten Abend. Mein Hund hat die Angewohnheit das er ständig fremde Leute angebellt. Ich muss sagen das ich meisten ohne Leine mit ihr Laufen gehe. Sobald ich vor die Tür mit ihr rennt sie auch schon die Leute an und bellt sie an. An der Leine verhält sie sich nicht so. Warum macht sie das und wie kann ich es ihr abgewöhnen? Denn in der Wohnung bellt sie such immer so wie ich Besuch bekomme.Ich schick sie in ihr Körbchen und lobe sie wenn sie mit dem bellen aufgehört hat. Und trotzdem bellt sie sofort wieder wenn der nachstehenden Besucher kommt.

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 07.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Morgen,

    es gibt viele Gründe, warum Hunde bellen. Erregungsbellen, Frustbellen, Knurrbellen, Aufmerksamkeitsheischendes Bellen, Alarmbellen, Stereotypes Bellen bei massiven Stress und selbstbelohnendes Bellen.

    Bei hoher Erregungslage fangen viele Hunde an zu bellen. Das kann bei freudiger Erregung im Spiel, beim Jagen oder beider Begrüßung sein, aber auch bei negativer Erregung als Stressübersprungsverhalten.

    Ob es freudige Erregung ist oder eher Stress, lässt sich aus der Entfernung eher schlecht beurteilen, aber dafür kennen Sie ja Ihre Hündin gut genug und können das einschätzen.

    Beim Erregungsbellen sollte man versuchen, die Situationen möglichst ruhig zu gestalten. Die Strategie mit dem Körbchen ist doch ganz gut. Eventuell könnten Sie ihr noch einen Ersatz bieten, um die Erregung abzubauen, z.B. etwas zum Kauen.

    Sie könnten die Besuchersituation aber auch noch anders lösen. Begrüßen Sie den Besuch vorerst immer nur mit einer angeleinten Hündin. Sie leinen Ihre Hündin an, nehmen sie mit zur Tür/zum Gartentor etc. Sie bitten den Besuch Ihre Hündin nicht zu beachten. Bevor Sie den Besuch hereinbitten, geben Sie Ihre Hündin ins Sitz. Sie sollte dann an lockerer Leine oder im Fuß mit Ihnen laufen, wenn Sie mit dem Besuch in Haus gehen. Ihre Hündin darf den Besuch erst begrüßen, wenn sie sich beruhigt hat. Der Unterschied zu Ihrer Methode besteht darin, dass Ihre Hündin zuerst einmal in Bewegung ist, dabei aber lernt, dass der Besuch nicht für sie ist.

    Auch die Situation mit dem Rausgehen schätze ich aus der Entfernung eher als Erregungsbellen ein. Vielleicht ist Ihre Hündin aufgeregt, dass es nach draußen geht. versuchen Sie dann auch hier Ruhe rein zu bringen. Ist Ihre Hündin zu aufgeregt, warten Sie noch ein bisschen. Geben Sie Ihrer Hündin draußen gleich eine Aufgabe, z.B. ein paar Meter bei Fuß zu gehen.

    Wenn fremde Menschen angebellt werden, finden diese das meistens nicht sehr lustig. Sie sollten Ihre Hündin daher stets ansprechen und zu sich rufen, wenn fremde Leute Ihnen begegnen. Geben Sie Ihrer Hündin dabei eine Aufgabe oder spielen Sie das 10-Leckerchen-Spiel mit ihr.

    Beim 10-Lecherchen-Spiel setzen Sie Ihre Hündin vor sich ab und stellen Sie sich eine Schüssel mit Leckerli in Greifnähe. Dann fangen Sie ganz langsam an zu zählen: „Eins“ und nachdem Sie das ausgesprochen haben, greifen Sie langsam mit einer Hand in die Schüssel und nehmen ein Leckerchen raus und legen es demonstrativ in die andere Hand. Jetzt zählen Sie „Zwei“, greifen wieder in die Schüssel und legen das zweite Leckerchen in die Hand, dann zählen Sie „Drei“ usw. Achten Sie auf die Reihenfolge: zuerst wird die Zahl genannt, dann wird das Leckerli genommen.

    Hat Ihre Hündin ruhig abgewartet, bis Sie bis Zehn gezählt haben, dann hat sie sich die Leckerchen wirklich verdient. Sie loben und werfen das erste Leckerchen auf den Boden. Ihre Hündin wendet sich von Ihnen ab, um das Leckerchen zu holen. Sie warten, dass sie anschließend wieder Blickkontakt aufnimmt, loben und werfen das nächste Leckerchen. Das setzen Sie solange fort, bis alle zehn Leckerchen verfüttert sind.

    Fängt Ihr Hündin an zu bellen, winselt, springt sie an Ihnen hoch oder bedrängt Sie sonst irgendwie, sagen Sie „Schade“ und legen die Leckerchen wieder zurück in die Schüssel..Nach 10 Sekunden beginnt das Spiel wieder von vorne.

    Die wenigsten Hund werden anfangs tatsächlich bis Zehn ruhig warten können. Wenn nun jedes Mal die Leckerchen wieder zurück in den Beutel wandern, verliert der Hund sehr schnell die Lust am Spiel. Das würde uns ja nicht anders gehen. Achten Sie deshalb darauf, bei welcher Zahl Ihre Hündin es nicht mehr aushalten konnte. Hat sie z.B. kurz vor der Zahl Vier angefangen, zu bellen, dann zählen Sie beim nächsten Mal nur bis Drei und verteile dann die Leckerchen. So merkt Ihre Hündin, dass es sich lohnt, ruhig abzuwarten. Auch in den nächsten Durchgängen zählen Sie erst einmal nur bis Drei, so dass Ihre Hündin immer die Leckerchen bekommt.

    Danach lassen Sie Ihre Hündin länger warten, d.h. das nächste Mal zählen Sie bis Vier. Wenn das kein Problem mehr für Ihre Hündin ist, dann zählen Sie bis Fünf usw. Ihre Hündin kann jetzt immer länger in Ruhe auf die Leckerchen warten.

    Bauen Sie dieses Spiel zu Hause in ablenkungsfreier Umgebung auf. Betonen Sie die "Zehn". Bald hat sich hier ein Ritual eingespielt und Ihre Hündin wird sich erwartungsvoll vor Sie setzen, sobald Sie zu zählen beginnen. Dann ist es auch möglich, unterwegs auf dieses Hilfsmittel zuzugreifen und dann nur noch mit einem Leckerchen zu belohnen. Ab und an würde ich aber wieder auf den Aufbau gehen, denn dann sollte die Bleohnungsphase genauso lang sein, wie die Wartephase.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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