Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Aufgedreht

Thema: Allgemeines
  Thüringen
KalterEngel1201 schrieb am 28.12.2017   Thüringen
Angaben zum Hund: Mischling , männlich, nicht kastriert, Alter 1-3 Jahre

Hallo mein Hund ist so aufgedreht das er noch nicht mal Sitz machen kann ich weiß einfach nicht mehr weiter .
Und an der leine zieht er nur ich hab schon alles versucht

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 13.02.2018
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    natürlich kann ich aus der Entfernung nicht erkennen, warum der Hund so aufgedreht ist.
    Oft liegt es aber daran, dass Menschen bei solch nervösen Hunden zu viel reden, schimpfen und der Hund wird immer aufgeregter. Gerade bei solchen Hunden ist Ruhe und Klarheit sehr wichtig.
    Wenn er z. B. nicht "Sitz" machen will. geben Sie einmal das Kommando, wenn er wieder aufsteht, drücken Sie ihn kommentarlos sanft wieder runter und zwar jedesmal. Wenn er rumhippelt, bleiben Sie einfach mal, auch kommantarlos und ohne den Hund weiter zu beachten, stehen, bis er sich beruhigt hat. Sie brauchen dazu wahrscheinlich eine Menge Geduld aber wen Sie die nicht haben, wird der Hund es auch nicht lernen.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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