Problematische Hundebegegnung

Aggressivität ❯ Gegenüber anderen Hunden
Xx Y. schrieb am 10.08.2019
Hallo zusammen,

Ich habe seit 15 Monaten einen männl. -nicht kastrierten - 8jährigen Chihuahua-Zwergspitz, welcher normalerweise lieb, brav und folgsam ist bis wir auf einen anderen Hund treffen.
Er ist dann nicht mehr zu bändigen, heißt:
Extremes Ziehen, steife Haltung, Schnaufen/Bellen und ev. auch Hinschnappen/Zwicken (ohne Leine stürmt er hin und schnappt schon mal im Vorbeirennen zu).

Wie kann ich ihm das Abgewöhnen? Die fremden Hunde scheinen meist recht cool, gehen einfach weiter oder machen brav Sitz - selten rastet einer so aus wie meiner (in hefem Fall ist er derjenige, der mit diesem Verhalten anfängt).
Wie kann man das (im Alltag) Üben - was kann ich tun?

Zum Einen finde ich es schade, daß es keine normalen gechillten Begegnungen gibt, er in weiterer Folge keine Spielgefährten oder einfach nur interessante Erlebnisse hat. Zum Anderen ist es unangenehm, daß er sich so benimmt und mein Nein (meistens "zieh" ich ihn auch einfach wortlos in eine andere Richtung) nach dem 3. Mal schon recht laut und genervt ist.

Mir ist bekannt, daß kleinere Hunde spez. Dieser Rasse bekannt für derartiges Verhalten sind, aber es muß doch irgendwie möglich sein, da was zum Positiven zu verändern.

Bitte um Hilfe!

P.s. ich weiß nicht viel von seiner Vorgeschichte.
1 Antwort
Guten Tag,
ja, Sie können es positiv verändern:
Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf.
Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
Homepage: www.hundimedia.de/RATGEBER
Schauen Sie sich bitte die Erziehungsfilme auf Youtube an, hier wird es
genau erklärt
viele Grüße
Inge Büttner-Vogt

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