Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund verhält sich rüpelig gegen Artgenossen

  Hessen
Zeus2015 schrieb am 18.07.2015   Hessen
Angaben zum Hund: Schäferhund, Deutscher, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
unser Hund - 1,5 Jahre DSH Rüde - ist irgendwo/irgendwie in Spanien aufgewachsen und letztendlich dort ausgesetzt worden. Über den Tierschutz ist er nun zu uns gekommen.
Er ist Artgenossen gegenüber bisher nie offen aggressiv geworden. Jedoch fehlt ihm eine Ordentlich Portion Sensibilität. Er "donnert" ungebremst auf andere Hunde zu, die ihm entweder mit Drohgebärden begegnen, bzw. noch häufiger vor ihm davon laufen. Die Hundebesitzer sind natürlich auch nicht von seinem Verhalten begeistert.
Wenn wir auf dem Weg anderen Hunden begegnen, stellt er die Nackenhaare hoch und zieht wie verrückt.
Wie können wir mit ihm arbeiten um dieses Verhalten in den Griff zu bekommen?

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 19.07.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    Ihr Hund ist sehr unsicher. Angriff ist die beste Verteidung - aber das ist nicht in Ihrem Sinne.
    Schreiten Sie ein und übernehmen Sie die Führung!
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Ihr Hund ist unsicher und beißt/bellt alles weg – das ist seine Strategie, weil er Ihnen nicht zutraut, mit der Situation klar zu kommen.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen ohne etwas zu tun, reagieren Sie sofort, vor dem Hund, wenn es geht, das schafft Vertrauen.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Wenn er sich auf Ihren Schutz verläßt, können Sie ihn auch wieder von der Leine lassen - aber erst ist Erziehung und Schutz angesagt.
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt


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