Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Hund macht seine Geschäfte ständig zu Hause, wenn er alleine ist.

  Hamburg
Franziska. schrieb am 24.09.2015   Hamburg
Angaben zum Hund: Mops-Chihuahua, weiblich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
meinen Hund habe ich jetzt 1,5 Jahre und so alt ist sie auch. Es war kein Problem sie stubenrein zu bekommen. Am Anfang durfte sie im Bett schlafen das haben wir ihr nun abgewöhnt. Hinzu kommt das sie seit ich arbeite immer mal ein paar Stunden alleine ist. Egal wie lange wir weg sind, wir kommen wieder und es liegt eine Wurst auf dem Teppich und gepinkelt wurde aufs Bett. Das hat sie noch nicht einmal gemacht wo sie noch nicht stubenrein war. Dazu sind es meistens immer die gleichen Stellen wo sie hin macht. Ich habe sie "leicht" verwöhnt möchte ich sagen und war auch bevor ich angefangen habe zu arbeiten immer zu Hause also sie war so gut wie nie alleine. Dennoch habe ich sie nicht sofort 3 Stunden alleine gelassen, sondern immer mal so 5-10 Minuten um es ihr beizubringen.
Macht sie das aus Wut oder Trotz? Und wie kann ich es ihr abgewöhnen??

Vielen lieben Dank schon einmal & liebe Grüße
F.Rätz

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 25.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    nein, Ihre Hündin agiert nicht aus Wut oder Trotz. Denn dazu müsste sie ja wissen, dass sie Sie damit ärgern kann. Das wäre für einen Hund dann doch zu komplex.

    Studien haben festgestellt, dass Hunde ein solches Verhalten bei Trennungsstress zeigen. Die meisten Hunde, die unter Trennungsstress leiden, zeigen ein unerwünschtes Verhalten innerhalb von 10 Minuten nach dem Verlassen.

    Um Trennungsstress zu vermeiden, ist es wichtig, Ihrer Hündin beizubringen, dass alleine zuhause zu bleiben eine angenehme Erfahrung ist. Eine Zeit in der sie sich entspannen kann oder schöne Dinge tun kann. Die effektivste Möglichkeit zur Vermeidung von Trennungsstress ist ihr beizubringen, dass Alleinsein Spaß macht. Um dies zu erreichen ist eine schrittweise Erhöhung der Abwesenheitszeit wichtig, so dass Ihre Hündin sich nie ängstigen muss und diese Zeit immer mit etwas Schönem verbindet. Die wichtigsten Aspekte dieses Trainings sind, dass die Zeiten des Alleineseins langsam gesteigert werden. Wie langsam hängt von der Entspannung Ihrer Hündin ab. Lassen Sie sie nie so lange alleine, dass sie verzweifelt. Bitten Sie ggfs. Freunde oder Familie in der Zeit der Abwesenheit auf sie zu achten.
    Belohnen Sie Ihre Hündin, wenn sie entspannt alleine geblieben ist. Belohnung kann ein Spiel, ein Leckerchen, eine Liebkosung oder ein Lob sein. Wenn sie ängstlich ist, schicken Sie sie wieder auf ihre Decke. Reduzieren Sie dann die Zeit, in der sie alleine bleibt.
    Wiederholen Sie die folgenden Trainingsstufen bis Sie sicher sind, dass Ihre Hündin glücklich ist.
    1. Starten Sie damit, Ihre Hündin auf ihre Decke zu schicken. Dort soll sie eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihr stehen. Belohnen Sie sie dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihre Hündin auf ihre Decke und bewegen Sie sich, solange sie dort bleibt. Belohnen Sie sie dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrer Hündin. Bleibt sie auf der Decke, wird sie belohnt. Steht sie auf oder jammert sie, wird sie nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.
    5. Wenn Ihre Hündin dies eine Stunde lang erträgt, sollte es kein Problem sein, sie länger alleine zu lassen. Geben Sie ihr etwas, womit sie sich beschäftigen kann, damit sie sich nicht langweilt.


    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, damit sich Ihre Hündin beschäftigen kann, während Sie weg sind.
    Geben Sie ihr einen Knochen oder ein Spielzeug, wenn Sie den Raum verlassen. Stellen Sie sicher, dass das besondere Spielzeug oder Knochen Ihrer Hündin nur zur Verfügung steht, wenn sie alleine gelassen wird.
    Geben Sie Ihrer Hündin einen gefüllten Kong oder einen Leckerchenball. Verstecken Sie Leckerchen im Haus, die sie suchen kann oder basteln Sie ihr ein Überrasschungspaket. Diese Dinge beschäftigen Ihre Hündin geistig.
    Räumen Sie diese Dinge wieder weg, wenn Sie heimkommen.
    Ihre Hündin wird leichter alleine bleiben, wenn sie zuvor beschäftigt wurde. Gehen Sie vor dem Alleinebleiben spazieren. Warten Sie dann noch 30 Minuten, bevor Sie sie alleine lassen.
    Geben Sie ihr eine halbe Stunde vor dem Alleinebleiben eine Mahlzeit. Geben Sie ihr noch einmal die Möglichkeit sich zu lösen, bevor sie alleine gelassen wird.
    Vermeiden Sie jegliche Strafen.
    Sollte Ihre Hündin sich schlecht benehmen, während Sie sie alleine gelassen haben, schimpfen Sie nicht mit ihr. Die häufigsten Gründe für Verhaltensprobleme beim Alleinebleiben liegt daran, dass die Besitzer mit ihren Hunden schimpfen, wenn sich der Hund während der Zeit des Alleinebleibens schlecht benommen hat. Ihre Hündin kann Ihre Strafe nur mit Ihrem Zurückkommen verbinden, nicht mit der Zerstörung, dem Bellen oder dem Unsauber sein. Ihre Hündin wird dann besorgt über Ihre Reaktion beim nächsten Zurückkehren sein und dies wird sein „schlechtes Verhalten“ eher noch bestärken

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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