Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Ruhigeres gassigehen

  Hessen
mailady24 schrieb am 28.07.2016   Hessen
Angaben zum Hund: Bordercollie, weiblich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo,
Ich habe eine Bordercolliehphündin (5).
Wir haben sie von klein an fast immer ohne Leine ausgeführt.
Wir wohnen auf dem Dorf, und haben die Feldwege gleich um die Ecke. Aber wenn wir mal gemütlich alleine oder mit Freunden spartiere gehen wollen, ist das fast unmöglich. Sie achtet garnicht auf mich. Sie zieht und läuft einfach da hin wo sie hin will. Ich hab es schon mit leckerchen versucht, und mit immer Nein sagen. Aber das hilft nur für 5m dann geht es weiter mit ihrer Art.
Was soll ich machen das sie entspannt neben mir läuft..????

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 28.07.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    wenn Sie die Hündin mit Leckerchen locken, machen Sie sich zum Futterautomaten. Leckerchen sollten als Belohnung dienen. Die meisten Menschen benutzen sie als Lockmittel oder als Ersatz für souveräne Führung. Sie schreiben, die Hündin zieht und läuft dahin, wo sie möchte. Sie führt Sie und Sie lassen sich führen. Sie sagen zwar "Nein", bieten ihr aber keine Alternative. lassen sich immer weiter von ihr führen, was Ihr "Nein" unglaubwürdig macht.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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