Hannover, 23. September 2026 – Deutschland gilt seit 2008 als frei von der durch Landtiere übertragbaren Tollwut, aber in vielen anderen Ländern ist diese für Mensch und Tier tödliche Viruserkrankung immer noch weit verbreitet. Rund 60.000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr an Tollwut, die Infektionsquelle sind in nahezu 100 Prozent der Fälle Hundebisse. 2007 hat deswegen die Global Alliance for Rabies Control (GARC) den Welttollwuttag ins Leben gerufen. Er wird jährlich am 28. September begangen und soll auf die Gefahren der Erkrankung aufmerksam machen. Im Rahmen dieses Aktionstages finden weltweit wissenschaftliche Konferenzen, Infoveranstaltungen sowie Impfaktionen statt – vor allem in Afrika und Asien, wo die meisten Infektionen auftreten, aber auch zum Beispiel in den USA. Anlässlich die Welttollwuttages 2028 informiert die Agila Haustierversicherung über wichtige Vorschriften in Deutschland.

Gefährlich für Mensch und Tier

„Die Tollwut ist eine sogenannte Zoonose“, erklärt Dr. Bianca Wiebusch, Tierärztin und fachliche Beraterin der Agila Haustierversicherung. „Das bedeutet, Tiere und Menschen können sich gegenseitig anstecken. Deshalb ist der Schutz vor Ansteckung hier besonders wichtig.“ Weil das Virus das zentrale Nervensystem befällt, kommt es bei erkrankten Tieren unter anderem zu Verhaltensänderungen, von plötzlicher Zutraulichkeit eigentlich wilder Tiere bis hin zu der namensgebenden Wut. Bei einem Biss oder sonstigem Speichelkontakt mit offenen Wunden oder Schleimhäuten wird der Erreger übertragen. Das Tückische ist: Sobald die Erkrankung einmal ausgebrochen ist, verläuft sie bei Tieren immer, bei Menschen fast immer tödlich.

In der Vergangenheit waren es in Deutschland vor allem erkrankte Füchse, von denen eine Gefahr für Menschen und Haustiere ausging. Dank gezielter Immunisierungen mit Fressködern gab es seit 2006 keinen nachgewiesen infizierten Fuchs mehr. Bei Fledermäusen kommt die Erkrankung jedoch noch vor, weswegen Deutschland einschränkend als frei von terrestrischer (durch Landtiere übertragene) Tollwut gilt. Dasselbe gilt für weite Teile Europas – nicht jedoch für Osteuropa: In Ländern wie Russland, der Ukraine oder Weißrussland ist die Viruserkrankung auch unter auf dem Land lebenden Wild- und Haustieren weiterhin verbreitet.

Impfen schützt – und ist in bestimmten Situationen Pflicht

In Deutschland gehört die Immunisierung gegen die gefährliche Tollwut meist nach wie vor zu den Standardimpfungen für Hund und Katze. „Wer mit dem Haustier ins Ausland reisen möchte, muss fast überall auf der Welt zwingend einen gültigen Impfschutz vorweisen“, erklärt Bianca Wiebusch. „Das gilt auch für das Überschreiten von EU-Grenzen.“ Aber auch im Inland ist die Impfung oft noch sinnvoll. Zum einen kann es immer wieder vorkommen, dass Tiere mit gefälschten Impfdokumenten aus dem Ausland einreisen. „Außerdem ist die Impfung in vielen Situationen vorgeschrieben, etwa für den Besuch von Hundeschulen, Hundevereinen, Hundemessen oder auch die Unterbringung in Tierpensionen“, so Wiebusch. Mittlerweile darf aber abgewogen werden: Katzen, die nur in der Wohnung leben, benötigen beispielsweise keinen Tollwut-Impfschutz, da ihr Infektionsrisiko verschwindend gering ist.

Die Grundimmunisierung erfolgt ab der 12. Lebenswoche durch zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Eine Auffrischung ist je nach dem verwendeten Impfstoff jährlich oder alle drei Jahre nötig. Die Kosten können bei Agila im Rahmen des Zusatzbausteins Vorsorge übernommen werden, der sowohl zur Tierkrankenversicherung als auch zur OP-Versicherung hinzugebucht werden kann.

Tipp: Tierhaltende sollten bei Reiseplänen – gerade mit Welpen – einen ausreichenden Puffer für die Tollwut-Impfung einplanen.

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Juliane Moghimi

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