Rastlos und unkonzentriert

Allgemeines
Kirsten schrieb am 24.03.2017
Ich habe einen erwachsenen Hund übernommen, der bisher eigentlich null Erziehung hatte und weder Grenzen kannte noch eine ernstzunehmende Beziehung zum Menschen hat - sie können ganz nützlich sein, aber meistens nerven sie nur.
Nun möchte ich unsere Beziehung verbessern und gleichzeitig auch dafür sorgen, dass er ruhiger wird. Er tigert ununterbrochen herum, nicht einmal Fressen kann er ohne herum zu laufen, selbst, wenn er großen Hunger hat.
Ich füttere ihn nur aus der Hand und nur, wenn er mich anschaut. Das geht drei mal, dann läuft er weg und kommt nicht wieder. Er bekommt dann eine Weile nichts mehr, damit er lernt, dass sein Weglaufen Konsequenzen hat, aber auch nach nun über vier Wochen sehe ich keine Entwicklung bei ihm...
Futterbeutel interessiert ihn nicht, spielen will er auch nicht.
Eigentlich reagiert er nur, wenn ich Kauknochen habe, aber nicht, um auf diesen ausgiebig zu kauen, sondern um sie im Körbchen zu verstecken und wieder los zu laufen.
Er bekommt Zwangspausen in der Hundebox, in die er gerne hinein geht, aber ich würde gerne mehr für ihn tun, dass er lernt, zur Ruhe zu kommen - mal ganz von selber und nicht erzwungen.
Vielleicht haben Sie ja noch ein paar Tipps für mich, wie ich bei Milow zum Erfolg kommen kann.
1 Antwort
Hallo,
Mir ist wichtig zu wissen, wie lange der Hund schon bei Ihnen ist!!!
Die Handfütterung scheint mir ebenso wenig geeignet wie die Zwangsruhe in der Box. Ich empfehle Ihnen, sehr lange gemeinsame Erkundungsgänge zu machen und danach zusammen erschöpft zu sein.
Lassen Sie den Hund kommen und haben Sie Geduld.
Ihre anfängliche Aussage "sie können ganz nützlich sein, aber meistens nerven sie nur" ist eine Interpretation. Gut möglich, dass Menschen nur genervt haben. Deshalb: nicht nerven ;-) Eindeutig sein, insofern konsequent (verlässlich), ruhig und freundlich, aber unaufdringlich.
Eine tolle Beziehung bekommen Sie zum Beispiel durch gemeinsame, positive Erlebnisse und gute, funktionierende Kommunikation. Am schönsten mit positiver Verstärkung unter Verzicht auf alles Schreck und Angst machende.
Fressen geben Sie dem Hund besser regelmäßig und im Napf. Lediglich können Sie ab und zu einen besonderen Leckerbissen hinzutun, währed der Hund frisst, ansonsten gewähren Sie ihm seine Ruhe dabei. Er versteckt ja bereits seine Knöchelchen. Sie wollen ihm ja keine so wichtige Ressource wie Fressen vorenthalten oder wegnehmen.
Futter aus der Hand belohnt prompt das erwünschte Verhalten bzw. einen Schritt in die Richtung erwünschtes Verhalten. So ist es eine sehr gute Sache, wenn Sie die Ration berücksichtigen, damit der Hund nicht zuviel bekommt. Nehmen Sie sehr, sehr kleine, halbfeuchte Futterbröckchen oder Leckerli (so klein, dass der Hund nicht groß kauen muss) mit auf Ihre ausgedehnten Erkundungsgänge und belohnen Sie den Hund sofort, wenn er erwünschten Verhalten zeigt wie z.B., sich zu Ihnen orientiert!
Carolin Borchardt
Coachin für Menschen und Hunde
Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin IHK|BHV
Berlin - allbezirklich
www.hundeschule-freilauf.de
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