Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Aggression hauptsächlich an der Leine

  Rheinland-Pfalz
askan schrieb am 26.09.2014   Rheinland-Pfalz
Angaben zum Hund: Kromfohrländer, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo, an anderen fremden Hunden vorbeigehen (im Wald sind die Wege meist so schmal, dass man nicht ausweichen kann) - nicht bei jedem Hund, vor allem aber bei Rüden. Schlimm ist auch, wenn wir z. B. auf den Hundeplatz kommen und andere Hunde sind schon da, wird immer gemotzt und auf Chef gemacht. Hat es meistens auf bestimmte Hunde abgesehen, wenn die kommen, wird immer gebellt und geknurrt, springt in die Leine. Wir treffen uns 1x die Woche zum mantrailen, alle stehen mit ihren Hunden ruhig da (ab und zu bellt mal einer), wenn wir kommen ist wieder Chaos und es will auch keiner mit uns spazierengehen, weil jeder angst hat. Ich meine, er will nur zeigen, dass er der Chef ist, es gibt auch Hunde, mit denen er sich verträgt oder er sogar den Schwanz einzieht. Ich glaube auch, er meint es nicht ernst, aber man will es ja nicht darauf ankommen lassen. Frage generell: Wie stelle ich es an, ruhig an Hunden vorbeizugehen oder zu einer Gruppe zustoßen zu können, ohne großes Aufmotzen? Danke.

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Antworten(5)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 03.10.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    Hunde verhalten sich so, wenn sie uns nicht zutrauen, eine Situation (anderer Hund) zu meistern. Sie wollen das Ereignis wegbellen, wegmotzen.
    Normalerweise ist das eine Einzelstunde bei mir, die sich nur mit unserer Körpersprache beschäftigt, weil hier das Problem liegt. Man muss es fühlen sehen und erkennen, es zu beschreiben, ist fast unmöglich, weil das Erkennen der eigenen Verhaltensweise sich sofort auf den Hund spiegelt – und dann hat er weder Grund aggressiv zu sein, noch zu ziehen.

    Bei mir gibt es viele Möglichkeiten der Hundebegegnung: Am Rand STEHEN und mit einem Leckerchen ablenken, aber das ist nur der allererste Schritt.
    Dann kommt das L für immer weg. „Vorbeikeksen“ ist bei mir streng verboten.
    Dann gibt es den Handwechsel und den Richtungswechsel – alle haben den Sinn, den Hund aktiv zu führen, um ihm alle Entscheidungen an der Leine abzunehmen. Auf jeden Fall ist immer mein Körper dazwischen, wenn ich an einem Hund vorbeigehe.
    Gehen Sie nie auf einen anderen Hund zu, sondern machen Sie Bogen und Kreise, um Ihrem Hund zu zeigen, dass Sie ihn beschützen und führen können. Nehmen Sie ihm alle Entscheidungen ab! Er sollte nichts mehr zu erledigen haben! Wenn er gelernt hat, Ihnen zu vertrauen, wird er sich an Ihnen orientieren und hat keinen Grund mehr für Aggression, Ziehen oder zu anderen Hunden hin , also von Ihnen weg – zu wollen.
    Achten Sie strengstens darauf, dass Ihr Hund HINTER Ihren Füßen bleibt, sonst klappt es nicht. In allen Strukturen gibt es starke Eltern, Lehrer, Chefs, die den Betrieb leiten - werden Sie stark, gewinnen Sie das Vertrauen zurück.
    Schauen Sie auch auf meiner Homepage www.hundimedia.de nach meinen Büchern und meinem Film, da bekommen Sie viele Tipps, um den Hund besser führen zu können.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • askan
    askan
    schrieb am 04.10.2014

    Hallo Frau Büttner-Vogt,
    vielen Dank für Ihre Tipps. Das könnte der Grund sein, werde ich ausprobieren.
    Viele Grüße
    Eva Prommersberge

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 05.10.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Prommersberge,
    ich lerne gern dazu, schreiben Sie mir doch bitte wie es klappt, dann können wir noch
    daran "feilen",
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • askan
    askan
    schrieb am 09.11.2014

    Hallo Frau Büttner-Vogt, ich möchte Ihnen heute kurz berichten, wie es klappt: Wenn ich es schaffe, Askan "hinter" mich zu bringen. Problem ist, dass er immer wieder nach vorkommen will, er muss einfach immer wissen, was vorne passiert. Bei jedem neuen Spaziergang übe ich also "hinter mir bleiben", Richtungswechsel usw. Dann klappt das für diesen Spaziergung, beim nächsten Mal - wieder aufs Neue. Aber er hat es dann sofort drauf und weiß, dass er neben mir bleiben muss. Wenn ein Hund entgegenkommt, dränge ich ihn mit einem Bein weiter nach hinten und gebe Kommando "hinten" (mir ist nichts besseres eingefallen) Das ist zwar anstrengend und ich muss auch noch mit der Leine nachhelfen, damit er nicht wieder vorkommt, aber so kommen wir ohne Gebell an Hunden vorbei. Hat außer 1 - 2 mal bisher so geklappt. Leider ist das ständig nach hinten halten anstrengend, wenn Sie da noch einen Tipp hätten, wie ich das noch besser üben kann, wäre das schön. Aber bis hierher kann ich sagen, dass Ihr Tipp sehr hilfreich war. Vielen Dank nochmals.
    Viele Grüße
    Eva Prommersberger mit Askan

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 09.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    Sie haben eine längere gemeinsame "Geschichte". Ihr Hund hat bisher keinen Grund gehabt, Ihre Führung anzuerkennen. Nun wollen Sie "plötzlich" vorne sein und führen. Sie haben den Richtungswechsel, den Handwechsel nach rechts und links - Hauptsache Sie führen und das machen Sie ganz richtig.
    Wenn es zu eng wird, gehen Sie einen anderen Weg - Hauptsache Sie behalten die Führung.
    Sie kommen ohne Gebell an anderen Hunde vorbei - super!
    Klappt immer öfter, jeden Tag mehr, je sturer Sie sind.
    Ja, es ist anstrengend, aber wenn man es einmal geschafft hat, den Hund am kleinen Finger an einem anderen Hund vorbeizuführen - glauben Sie mir, es ist ein irres Gefühl.
    Dann schaut Ihr Hund bewundernd zu Ihnen hoch und erkennt Sie an - mehr Glücksgefühl geht nicht.
    Bleiben Sie stur, bleiben Sie dran, Sie schaffen das...
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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