Aggression auf Grund von Schmerzen ?

  
Sarah_Hoestermann schrieb am 31.08.2016   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,

mein Hund Luis (5) fr.Bulldogge, ist seit etwa 3 Jahren sehr aggressiv was andere Hunde,fremde Menschen und vor allem Kleinkinder( bis ca. 4 Jahre alt) angeht.

Alles fing Ende 2013 an. Wir holten uns Rat von einer Hundetrainerin,die leider nicht helfen konnte und der Meinung war, das Luis auf Grund von Schmerzen so reagiert.
Denn ein Jahr zuvor wurde Arthrose in seinen Knien sowie Spondylose im Rücken diagnostiziert,was ihm oft zu schaffen machte.
Im Juli 2014 erlitt er dann einen sehr schweren Bandscheibenvorfall mit kompletter Lähmung, der operativ behoben werden musste.
Im Februar 2015 dann der 2. Bandscheibenvorfall, wieder OP.
Seit dem ist er sehr eingeschränkt, Gassirunden mit einer Länge von nicht mehr als 10 Minuten, kein rennen, kein Treppensteigen oder springen mehr ...
Nur in seinem Garten kann er noch ein bisschen Hund sein.

Seit dieser Zeit ist es kaum möglich mit ihm raus zu gehen. Andere Hunde, auch in vielen Metern Entfernung werden Aggressiv angegangen. Er geht auf kleine Kinder los und auch auf andere Erwachsene die ihm "unsympathisch" sind..
Treffen wir einen anderen Hund, müssen wir sofort wieder zurück in die Wohnung weil er sich nicht mehr beruhigt von dem ganzen Bellen,schreien und strampeln. Einen Hund hat er bis jetzt sogar schon gebissen, bei kleinen Kindern schnappt er sogar nach dem Gesicht.
Auch Geräusche die er nicht zuordnen kann sind die Hölle für ihn.

Die Hundetrainerin meinte damals zu uns, das er wegen eventuellen Schmerzen so reagiert, bzw. weil er nicht so "beweglich " ist und das Gefühl hat nicht mithalten zu können.

Unser Ostheopath zu dem wir mit Luis regelmäßig gehen sagt das gleiche. Er ist jetzt seit etwa einem Jahr, bis auf wenige Tage schmerzfrei , hat aber eben diese Schwierigkeiten mit dem laufen, bewegen etc.

Könnte das das Problem sein ,dass ich jeden Tag einen völlig gestressten Hund zu Hause habe??
Sieht er alles als eine "Gefahr" an ?
Weis er, dass er sich im schlimmsten Fall nicht wehren könnte?
Man kann nicht in Ruhe rausgehen und wenn er mal alleine ist bellt er wahrscheinlich die ganze Zeit weil er draussen Geräusche hört ....

Es ist sehr anstrengend aber ich liebe ihn über alles.
Würde mich über eine Meinung freuen.
Lg

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 02.09.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    ich stimme Ihrer Hundetrainerin und Ihrem Osteopathen zu. Ich denke, dass es weniger das Wissen sich nicht wehren zu können ist, als die Lernerfahrung, dass plötzliche Bewegungen, seitliche Krümmung beim Begrüßen anderer Hunde schmerzhaft sind. Leider verfügen auch Hunde über ein Schmerzgedächtnis. Das heißt, auch wenn er inzwischen schmerzfrei ist, so bleibt dennoch die Angst vor diesen Schmerzen.
    Vielleicht kommt dazu dann noch die Rückkopplung von Ihnen, da Ihnen das Verhalten Ihres Hundes ja auch nicht gefällt und Sie deswegen auch schon verspannt nach draußen gehen. Ihre Bedenken/Sorgen werden nun auf Ihren Hund übertragen.
    Beginnen Sie zuerst einmal Ihren Hund mental auszulasten. Da eine körperliche Auslastung nicht mehr möglich ist, sollten Sie Ihrem Hund geistige Auslastung anbieten. Dies können kleine Intelligenzaufgaben sein, Schnüffelspiele, Hütchenspiele oder kleine Hundetricks. Lassen Sie sich von Ihrem Osteopathen zeigen, wie Sie Ihren Hund zu Hause massieren können. Auch eine manuelle Durchbewegung der Gelenke können Sie sich zeigen lassen und zu Hause nachvollziehen. Versuchen Sie den Stress in der Wohnung zu minimieren und helfen Sie Ihrem Hund, indem Sie ihm Ruhepausen verordnen. Viele Hunde schätzen dabei die Hundebox, da sie sich darin sicher fühlen und abschalten können.
    Bei den Spaziergängen nutzen Sie, sofern möglich, die Gelegenheit erst einmal wieder in ablenkungsfreie Gebiete zu fahren. Ihr Hund muss erst einmal wieder lernen, dass die Umwelt schön ist. Dann können Sie daran arbeiten, dass andere Hunde/Kinder in der Nähe sind. Wählen Sie dabei immer die Distanz, in der Ihr Hund die Reize wahrnimmt, aber noch nicht reagieren muss. Belohnen Sie ihn dafür. Damit erreichen Sie eine positive Verknüpfung der Reize. Ich rate immer dazu, hier solchen Leckerlis zu nehmen, die der Hund ansonsten nicht bekommt. Lassen Sie Ihrem Hund Zeit die Reize in sich aufzunehmen. Achten Sie aber darauf, dass er nicht erstarrt oder sich aufbaut. Zuvor sollten Sie ihn umlenken. Sehr schön eignet sich hierfür das Clickertraining. Verringern Sie die Distanz immer nur ein klein wenig und immer nur soweit, dass Sie noch im grünen Bereich sind.
    Für weitere Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    Hundetrainerin gem. § 11 TSschG

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