Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund jault wie ein Wolf, wenn Baby weint. Was können wir tun?

Thema: Allgemeines
  Schleswig-Holstein
Berit schrieb am 02.12.2015   Schleswig-Holstein
Angaben zum Hund: Sennenhund, Entlebucher, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo agila-Team,
wir brauchen dringend Rat. Unser 3,5 jähriger, kastrierter Rüde Bully ist ein Entlebucher Sennenhund. Er ist ein dominantes Kerlchen, aber wir kommen gut mit ihm zurecht. Vor 16 Monaten kam unser Sohn zur Welt. Vor ca 10 Monaten fing Bully an, wie ein Wolf zu jaulen, wenn der Kleine schrie. Ich bin mir nicht sicher, wie sein Verhalten zu deuten ist. Zum Einen kann ich mir vorstellen, dass er möchte, dass wir uns um unseren Sohn kümmern damit es allen in seinem Rudel gut geht. Zum Anderen kann ich mir auch vorstellen, dass er damit auch Aufmerksamkeit erhaschen will. Nach dem Motto: Wenn der Kleine weint, kümmern sie sich um ihn, dann probier ich das auch mal. Wir haben schon viel probiert. Zuerst ignoriert, dann kümmerte sich einer um den Hund und einer um das Kind, dann haben wir ihn angemotzt oder ihn aus der Situation entfernt. Nichts scheint zu helfen. Besonders mein Mann leidet unter der Situation, wenn er nach dem Nachtdienst einfach nur schlafen will.
Bully bekommt meiner Meinung nach genug Auslauf. Wir treffen uns regelmäßig mit anderen Hunden zum Toben und spielen mit ihm im Garten.
Was können wir noch tun?
Herzliche Grüße,
Berit

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Ihre Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(3)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 02.12.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Berit,

    wenn ich es richtig aus Ihrer Nachricht herauslese, möchten Sie, dass Ihr Hund stimmlich ruhig bleibt, auch wenn Ihr Baby einmal schreit.

    Mit einem Entlebucher Sennenhund haben Sie nun ja eine Hunderasse, die von sich aus schon einmal recht gerne Lautäußerungen von sich gibt. Das Training könnte daher etwas länger dauern und mehr Gedult erfordern als bei manch anderem Hund. Dennoch lohnt es sich, das Training anzugehen, damit der "Haussegen" möglichst bald wieder hergestellt ist.

    Eine Möglichkeit, die es gibt, wäre ein so genanntes Alternativverhalten zu trainieren. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrem Hund üben, dass er statt des unerwünschten Jaulens ein erwünschtes alternatives Verhalten zeigt. Ein solches alternatives Verhalten könnte bspw. das ruhige Hinlegen auf eine Decke sein. Wenn Ihr Hund dieses Verhalten gelernt hat, ist es möglich, hierfür ein bestimmtes Signal einzuführen. Dieses Signal kann ein Wort sein, das Sie sagen, oder aber das Geräusch Ihres Babys, wenn es schreit (auch das kann man als Signal für ein bestimmtes Verhalten etablieren).

    In wie weit kann Ihr Hund schon auf Kommando auf seinen Platz laufen und sich dort hinlegen?

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

  • Berit Kunkelmoor
    Berit Kunkelmoor
    schrieb am 04.12.2015

    Hallo Frau Ott,
    danke für Ihre Antwort. Ich möchte, dass Bully die Situation nicht so stresst. Er läuft dann immer unruhig umher und jault wie verrückt. Und natürlich möchte ich, dass er das lautstarke Jaulen unterlässt. Bisher haben wir seine Lautäußerungen nicht als störend empfunden. Er schlägt an, wenn Fremde das Grundstück betreten und bellt mal, wenn er zum Spielen auffordern will.

    Das Alternativverhalten kann ich mir als Lösung vorstellen. Vielleicht in Verbindung mit dem Klicker? Den haben wir vor zwei Jahren mal verwendet. Ich weiß nur nicht, wie es klappen soll, wenn ich mit unserem Sohn im Obergeschoss bin und mein Mann nicht da ist. Dann stelle ich mir das Training sehr schwierig vor.

    Bully lässt sich auf seinen Platz schicken, würde aber wieder aufstehen, wenn unser Sohn weint.

    Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 10.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Berit,

    ich schildere Ihnen einmal ein paar aufeinander aufbauende Schritte. Bitte bedenken Sie, dass so ein Trainingsplan manchmal noch mehr auf die individuellen Bedürfnisse eines Hundes angepasst werden muss.

    Der erste Schritt besteht darin, dass Sie mit Ihrem Hund üben, dass er auf ein bestimmtes Signal hin auf seinen Platz läuft. Der Hundeplatz an sich bleibt immer an der selben Stellen; allerdings sollten Sie nach und nach die Positionen verändern, von denen aus Sie bzw. Ihr Hund in dieser Übung starten. Die Übung lässt sich prima mit dem Klicker durchführen - es gibt Klick + Leckerchen, sobald Ihr Hund auf dem Hundeplatz liegt. Die Belohnung darf er sich dann bei Ihnen abholen, und Sie können gleich eine weitere Wiederholung der Übung machen.

    Der zweite Schritt besteht darin, dass Ihr Hund lernt, länger auf dem Hundeplatz liegen zu bleiben. Hier sollten Sie nun ohne Klicker arbeiten und Ihrem Hund das Leckerchen auf dem Hundeplatz vorbeibringen. Geben Sie ihn dann über ein Freizeichen aus der Übung frei und machen Sie einige weitere Wiederholungen.

    Wenn Ihr Hund für mehrere Minuten liegen bleiben kann und es für Ihren Hund egal ist, wo Sie stehen und von wo er startet. melden Sie sich gerne wieder bei mir. Wir können dann anfangen, einige leisere Babygeräusch in das Training mit einzubauen.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deinem Problem?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Älterer Hund und Welpe streiten und beissen sich oft

Guten Tag, ich habe da eine Frage, wir haben seit 14 Jahren einen... mehr

Hund geht keinen Schritt

Hallo, wir haben heute unseren Hund abgeholt, 23 Wochen alt, Mix... mehr

Allein sein heisst Chaos

Hallo, wir haben eine 9 Monate alte Hündin (Terrier-Mix). Sie hat... mehr

Leckerlie draußen

Sehr geehrte Damen und Herren, meine erste Frage (zu Beginn ;-) )... mehr

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.