Geschrieben von Hundetrainer Cian Lösch

Flexileine in Kombination mit einem Halsband: Häufig begegnen mir Menschen, die ihre Hunde an einer Flexileine am Halsband ausführen – oft auch mindestens auf 3–5 m ausgezogen. Ist die Leine auf die Stopp-Funktion eingestellt, hängt sich so manch ein Hund verzweifelt in die Leine, während seine menschlichen Begleiter gegenhalten oder sich durch die Gegend ziehen lassen.

In der Regel spreche ich Mensch-Hund-Teams mit einer Flexileinen-Halsband-Kombination an. Manche Menschen reagieren offen, freundlich und bedanken sich, andere zeigen sich unfreundlich bis unverschämt.

Flexileine und Halsband: Gefährliche Kombination

Jedoch weiß kaum jemand, dass und aus welchem Grund diese Kombination so gefährlich ist. Auch Tierärzte und das Fachpersonal im Tierbedarf weisen leider nicht darauf hin, dass eine Leine ab 2 m immer an ein Geschirr gehört. Warum ist das so? Die Erklärung ist im Grunde einfach, denn je länger die Leine ist, desto stärker ist die Krafteinwirkung auf den Hals des Hundes. Ein minimaler Zug oder leichter Ruck durch den Hund selbst oder das absichtliche oder versehentliche Auslösen des Stoppers hat eine enorme Wirkung auf die Halswirbelsäule. Denn die Halswirbelsäule ist bei jedem Hund sehr empfindlich – unabhängig von der Physis des Vierbeiners. Durch die ständige Spannung auf der Flexileine, außer in der Stopp-Funktion, ist auch der Nackenbereich des Hundes unter Daueranspannung. Ebenso, als wenn man als Mensch in einer ungesunden Haltung am Schreibtisch sitzt. Das kann zu unangenehmen Verhärtungen und Kopfschmerzen beim Hund führen.

Entspannter Lösungsansatz

In der oben geschilderten Situation an der ausgezogenen Flexileine, kann eine minimale Krafteinwirkung eine starke Auswirkung auf die Halswirbel haben, da die Kraft sich multipliziert. Halswirbel können sich dadurch beispielsweise verschieben oder gar brechen. Im schlimmsten Fall ist ein vollständiger Genickbruch möglich! Eine grauenvolle Vorstellung, die Gesundheit und das Leben seines geliebten Vierbeiners durch eine Fehlbenutzung einer Leine zu gefährden … das ist leicht zu verhindern: Eine Flexileine, sofern sie unbedingt benutzt werden muss, gehört an ein Geschirr. Das trifft auch auf Schleppleinen zu. Aus Hundesicht ist eine Flexileine übrigens zu vermeiden. Abgesehen von der medizinischen Seite, erfährt Ihr Hund dadurch, dass er mit Ziehen zum Erfolg kommt und kann sich durch die sich stets verändernde Leinenlänge kaum an Ihnen orientieren. Wenn die Leine als Kommunikationsmittel zur Bindung betrachtet wird, ist mit einer herkömmlichen Führleine ein positives Leinenführigkeitstraining möglich. Und der Freilauf kann entsprechend mit einer Schleppleine trainiert werden.

So ist ein entspanntes Gassigehen als Team möglich und somit eine Verbesserung der Lebensqualität für das Mensch-Hund-Team.

Foto: © Cian Lösch

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