Die FSME beim Hund, auch unter dem Namen Frühsommer-Meningoenzephalitis oder zentraleuropäische Zeckenenzephalitis bekannt, wird durch Viren ausgelöst. Diese Viren kommen nicht in ganz Deutschland vor: Die wesentlichen Verbreitungsgebiete liegen in Bayern, Baden-Württemberg, in Teilen von Sachen, Hessen und Thüringen. Und auch in diesen Risikogebieten sind nur wenige Zecken mit dem Virus infiziert! An FSME erkranken in erster Linie Menschen. Die Erkrankung tritt bei Hunden und anderen Tieren nur selten auf. Sie scheinen eine natürliche Resistenz gegen diese Viren zu haben, denn auch nach einer Infektion kommt es nur selten zu klinischen Symptomen.


Inhaltsverzeichnis:


Wie steckt sich ein Hund mit FSME an?

FSME beim Hund wird durch die Zeckenart Gemeiner Holzbock übertragen. Zecken halten sich häufig auf Sträuchern und hohen Gräsern auf und werden von vorbeilaufenden Hunden abgestreift. Sie stechen den Hund und übertragen den Erreger mit dem Speichel. Wie genau sich das Virus im Hundekörper verbreitet, ist nicht klar. Beim Menschen, der ähnliche Symptome hat, infiziert es die Zellen der Gefäßwände und Immunzellen. Mit der Lymphflüssigkeit gelangt der Erreger in die Lymphknoten, wo er sich vermehrt. Von dort aus gelangt das FSME-Virus in andere Organe: Es befällt insbesondere die Leber, die Milz und das Knochenmark. Wenn es ins Zentralnervensystem kommt, zerstören die Viren die Nervenzellen. Dies sowie die Reaktion des Immunsystems führt zur Schwellung des Gehirns und den damit zusammenhängenden Symptomen.


Welche Symptome zeigt ein Hund mit FSME?

Ob ein Hund mit einer FSME-Infektion behandelt werden muss, hängt von den Symptomen ab. Während die Viren bei Menschen häufig zu schweren Hirnhautentzündungen führen, scheint eine FSME-Erkrankung beim Hund nur selten vorzukommen. Nur bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem sind schwere Verläufe mit Todesfolge beschrieben. Betroffen sind dann vor allem große Hunde. Vom Zeckenstich bis zum Auftreten erster Symptome vergehen ungefähr 3-14 Tage. Zu Beginn der Erkrankung zeigt sich hohes Fieber, das Tier ist schwach und hat Bewegungsstörungen. Lähmungen, Übererregbarkeit und Krampfanfälle sowie reduzierte Reflexe können ebenfalls auftreten.

Wie wird FSME beim Hund diagnostiziert?

Zeigt Ihr Vierbeiner Symptome, die auf eine Erkrankung des Nervensystems hinweisen, macht Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt zuerst eine allgemeine Untersuchung. Dadurch lässt sich der allgemeine Zustand Ihres Lieblings feststellen und außerdem, ob es sich hier um eine Erkrankung des Nervensystems handelt oder eigentlich andere Organe erkrankt sind und die Symptome daher kommen. Dann versucht die Tierärztin oder der Tierarzt die genaue Lokalisation der Erkrankung im Nervensystem festzustellen. Dafür wird zunächst beobachtet, wie sich Ihr Hund verhält und ob er beim Laufen zum Beispiel Gleichgewichtsprobleme hat. Dann werden verschiedenste Reflexe und Reaktionen überprüft.

Ein Verdacht auf FSME lässt sich anhand der Symptome, des Vorberichts und einem Aufenthalt in einer für FSME typischen Region äußern, jedoch ist der Nachweis von FSME beim Hund schwierig. Viele Hunde haben Antikörper gegen FSME im Blut, obwohl sie gesund ist. Deswegen ist ein Antikörpernachweis nicht sinnvoll. Genauso kann es auch vorkommen, dass ein erkrankter Hund im frühen Stadium noch keine nachweisbaren Antikörper gebildet hat. Mittels einer Untersuchung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit lässt sich zwar eine viral bedingte Gehirnentzündung nachweisen, jedoch nicht deren Ursache. Der Erkrankung können also auch andere Viren zu Grunde liegen. Eine größere Menge Antikörper gegen FSME in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit als im Blut kann hinweisend auf FSME beim Hund sein.

Wie wird FSME beim Hund behandelt?

Letztendlich ist es für die Behandlung einer FSME beim Hund gar nicht essentiell zu wissen, welches Virus genau die Beschwerden auslöst, denn die Behandlung viraler Hirnhautentzündungen erfolgt rein symptomatisch. Das heißt, dass die Viren nicht direkt bekämpft werden können, sondern der Tierarzt versucht, entstehende Symptome zu lindern und so den Krankheitsverlauf auf positive Weise zu unterstützen, beispielsweise, indem er krampflösende Medikamente verabreicht oder das Fieber senkt.

Wie ist die Prognose für FSME beim Hund und wie kann ich die Krankheit vorbeugen?

Auch wenn die akute Phase der Erkrankung oft mild verläuft, können unsere Vierbeiner dauerhafte Schäden wie Lähmungen davontragen. Schwere Verläufe, insbesondere wenn schon Krämpfe auftreten, sind leider meistens aussichtslos. Deswegen ist der Zeckenschutz Ihres Vierbeiners enorm wichtig. Im Vergleich zum Menschen, gibt es bisher keine Impfung gegen FSME beim Hund.

Zecken bei Hunden übertragen nicht nur FSME, sondern auch verschiedene andere Erkrankungen wie BorrelioseHundemalaria, Anaplasmose und Ehrlichiose. Der Gefahr einer Ansteckung mit diesen Krankheiten können Hundehalter vorbeugen, indem sie ihr Tier generell vor Zeckenbissen schützen. Ein Tierarzt kann helfen, ein geeignetes Präparat zur Zeckenabwehr zu finden.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © AGILA Haustierversicherung