Ihr Hund wirkt abgeschlagen, mag nichts fressen und atmet sehr schnell? Dahinter könnte eine fieberhafte Erkrankung stecken. In unserem Artikel haben wir wichtige Informationen rund ums Fieber beim Hund für Sie zusammengefasst und zeigen Ihnen auch, wie Sie selbst die Körpertemperatur Ihres Lieblings messen können.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist Fieber beim Hund?

„Seine Körpertemperatur ist erhöht, also hat mein Hund Fieber!“. Diese Aussage stimmt zwar in vielen Fällen, aber es steckt noch mehr dahinter. Fieber entsteht, wenn das Gehirn eine Temperaturerhöhung im Körper anstößt. Mithilfe bestimmter Botenstoffe und verschiedener Verhaltensreflexe heizt sich der Hund daraufhin auf. Beispielsweise ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen, sodass über sie weniger Wärme nach außen abgegeben werden kann. Unsere Vierbeiner können zudem ihre Haare sträuben oder sich zusammenrollen, um die Wärmeabgabe zu verringern. Zusätzlich zittern sie häufig, um die Temperatur zu erhöhen.  

Fieber beim Hund: Ursachen

Im Regelfall ist Fieber ein Schutzmechanismus, der die körpereigene Immunabwehr unterstützt – beispielsweise um Infektionserreger zu bekämpfen. Dahinter stecken Fieber auslösende Stoffe, die aus verschiedenen Quellen stammen können und im Gehirn die Temperaturerhöhung einleiten. Infektionserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze können selbst Fieber auslösende Stoffe sein oder sie abgeben. Auch Abbauprodukte aus entzündetem oder abgestorbenem Gewebe, bestimmte Medikamente oder Giftstoffe können fieberauslösend wirken. Zudem können Tumorzellen, aber auch körpereigene Immunzellen solche Stoffe freisetzen.

Die häufigsten Ursachen von Fieber beim Hund sind damit:

  • Infektionen
  • Immunbedingte Erkrankungen
  • Knochenmarkserkrankungen
  • Verletzungen
  • Abbau von Blutungen und Ergüssen
  • Operationen
  • Tumoren

Insbesondere bei Infektionskrankheiten hat die Erhöhung der Körpertemperatur positive Auswirkungen auf den Heilungsprozess: Bei vielen Erregern gibt es beispielsweise eine Temperatur(spanne), bei der sie sich am liebsten vermehren. Ein Temperaturanstieg kann also ihr Wachstum hemmen. Bakterien benötigen zudem bestimmte Stoffe zum Überleben, die aber bei höheren Temperaturen so gebunden werden, dass sie ihnen nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus aktivieren oder vermehren einige fieberauslösende Stoffe verschiedene Abwehrzellen.

Abzugrenzen vom Fieber ist eine Hyperthermie. Auch hier ist die Körpertemperatur erhöht. Allerdings ist die Ursache eine andere: Entweder der Hund produziert mehr Wärme als er wieder abgeben kann, beispielsweise durch Überanstrengung. Oder er wird von außen zu stark aufgeheizt – im Sommer kein seltener Vorstellungsgrund beim Tierarzt. Ein häufiger Fall von Hyperthermie ist ein Hitzschlag.

Achtung: Körpertemperaturen zwischen 39,5 und 40 Grad können zwei bis fünf Tagen nach einer Operation normal sein – auch ohne, dass eine Entzündung im Körper abläuft. Sie sollten Ihren Tierarzt jedoch trotzdem darüber informieren, die Temperatur regelmäßig kontrollieren und Ihren Vierbeiner gut beobachten. Scheint er Schmerzen zu haben oder sind starke Schwellungen, Rötungen oder gelblicher Ausfluss im Bereich der Operationswunde zu sehen, sollten Sie den Patienten wieder in der Praxis vorstellen.

Wie erkennt man Fieber beim Hund?

Das wichtigste Anzeichen ist natürlich eine erhöhte Körpertemperatur. Die normale Körpertemperatur beim Hund beträgt zwischen 38 und 39 Grad Celsius. Es gibt jedoch individuelle Unterschiede, sodass es durchaus ratsam sein kann, ab und zu die Körpertemperatur Ihres gesunden Hundes zu messen, um seinen Normalwert zu kennen. Größere Hunde haben beispielsweise eher eine niedrigere Körpertemperatur, kleinere eher eine höhere. Auch die Tageszeit spielt für die Körpertemperatur eine Rolle: Morgens kann sie 0,5 bis 1 Grad tiefer sein als am Nachmittag. Bei angestrengten oder aufgeregten Hunden kann sie sogar bis zu 1,5 Grad über den Normalwert ansteigen.

Wie Sie beim Hund Fieber messen, sehen Sie in unserer Infografik (zum Vergrößern, bitte auf die Grafik klicken):


 

Weitere Anzeichen, die auf Fieber beim Hund hindeuten können, sind Mattigkeit, Appetitlosigkeit, pappiges Zahnfleisch, ein zu schneller Herzschlag (über 120 Schläge pro Minute) oder eine zu schnelle Atmung (über 40 Atemzüge pro Minute). Eine starke Durchblutung der Haut und Hecheln können abklingendes Fieber anzeigen. Bei diesen Symptomen sollten Sie das Fieberthermometer zücken.

Denn auch, wenn Fieber beim Hund hilfreich sein kann, hat es nicht nur positive Auswirkungen: Bei hoher Körpertemperatur laufen Stoffwechselvorgänge beim Hund schneller ab. Hält das Fieber länger an, kann es daher sein, dass Ihr Liebling an Körpergewicht verliert. Ab einer Körpertemperatur von 43 Grad entstehen Hitzeschäden an verschiedenen Körpergeweben. Besonders empfindlich ist das Zentralnervensystem, sodass so hohes Fieber beim Hund zu Anfällen, Koma oder in seltenen Fällen sogar zum Tod führen kann. Zudem können zu hohe Körpertemperaturen die Nieren, den Magen-Darm-Trakt, die Muskulatur und das Herz schädigen.

Fieber beim Hund: Behandlung

Ob und wie die Körpertemperatur bei Hunden mit Fieber gesenkt werden sollte, hängt vom Fall ab. Leidet Ihr Liebling an einem akuten Infekt, kann es kontraproduktiv sein, moderates Fieber zu senken. Kontrollieren Sie in diesem Fall regelmäßig die Temperatur und bieten Sie Ihrem Vierbeiner ausreichend Wasser an. Nach zwei Tagen sollte eine Besserung eintreten. Bei länger anhaltendem Fieber oder wenn keine Ursache ersichtlich ist, ist der Anruf beim Tierarzt unerlässlich.

Temperaturen von 41 Grad und mehr sind immer bedrohlich, in diesen Fällen sollten Sie daher immer so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Er wird dann einen ausführlichen Vorbericht erfragen und eine gründliche klinische Untersuchung durchführen, um Hinweise auf den Fieberauslöser zu finden. Möglicherweise sind dazu im Anschluss noch weitere Untersuchungen nötig. Dazu können unter anderem verschiedene Blutuntersuchungen, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen oder das Beproben verschiedener Gewebe und Körperflüssigkeiten gehören. Falls erforderlich, kann der Tierarzt sofort mittels Infusionen oder fiebersenkenden Medikamenten eingreifen. Sobald er eine Fieberursache ermittelt hat, kann er versuchen, diese mittels Medikamenten oder operativ zu beseitigen und so das Fieber stoppen.

Wie kann ich Fieber beim Hund senken?

  • Bieten Sie ihm genügend Wasser zu trinken an.

  • Bedecken Sie ihn mit feuchten Tüchern, duschen Sie ihn mit kühlem Wasser ab oder setzen Sie ihn in ein kühles Wasserbad. Eiskaltes Wasser oder gar Eis sollten Sie jedoch nicht verwenden – es kann die Temperatur noch weiter erhöhen.

  • Tragen Sie hochkonzentrierten Alkohol auf dünn behaarte Körperstellen wie die Pfoten, die Achselgegend oder die Leistengegend auf. Wenn er verdampft, entzieht er dem Körper Wärme. Sie müssen nur darauf Acht geben, dass Ihr Liebling den Alkohol nicht ableckt.

  • Mit leichten Massagen können Sie die Durchblutung der Haut und damit die Wärmeabgabe fördern. Sie können dem Hund aber auch unangenehm sein. Schauen Sie daher, wie Ihr Vierbeiner reagiert.

  • Bei allen Maßnahmen gilt: Gehen Sie ruhig und liebevoll mit Ihrem Patienten um. Wenn er sich beispielsweise beim Kühlen zu sehr aufregt, treibt auch das die Temperatur nach oben.

 

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Bild oben: AGILA Haustierversicherung / Infografik: AGILA Haustierversicherung/www.i-de.de