Infektionen beim Hund können durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden. Im folgenden Artikel können Sie sich über diese Erreger informieren und erfahren, welche Vorbeugungsmaßnahmen es gibt, damit Ihr Hund gesund bleibt.


Inhaltsverzeichnis:


Infektionen beim Hund: Erregerarten  

Infektionen beim Hund können durch unterschiedliche Krankheitserreger, wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten ausgelöst werden und sind für verschiedene Krankheitsbilder verantwortlich. Manchmal ist unklar, ob ein Erreger für eine Erkrankung verantwortlich ist und um welche Art es sich handelt. Für eine Therapie ist das allerdings sehr wichtig. Denn Viren können meistens nur symptomatisch behandelt werden. Bakterien hingegen können mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden und gegen Parasiten gibt es eine Vielzahl an Antiparasitika. Nicht alle Viren, Bakterien und Pilze sind für den Hund gefährlich. Teilweise gehören sie zur natürlichen Barriere des Körpers und sind für die Gesundheit Ihres Hundes wichtig. Einige Erreger sind nicht wirtsspezifisch und können auch auf andere Tiere oder Menschen übergehen.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht zu den verschiedenen Erregerarten beim Hund:

Erregerart

Größe

Vermehrung

Gut zu wissen

Beispiele für Infektionen beim Hund

Viren

20 bis 200 Nanometer

Vermehren sich in der Wirtszelle. Sie docken an diese an, dringen ein und lassen ihr Erbgut in das der Zelle einbauen. Die Zelle kann nicht anders und fängt an, Bausteine für neue Viren zu produzieren. Wenn sie fertig ist, stirbt sie ab und die Viren werden freigesetzt.

Viren bestehen aus einem oder mehreren Molekülen und sind manchmal von einer Eiweißhülle umgeben. Die Moleküle enthalten das Erbgut mit den Informationen für die Vermehrung. Sie bestehen nicht aus einer eigenen Zelle und haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind deshalb auch keine Lebewesen. Viren können je nach Art mehrere Tage bis Wochen in der Umwelt überleben.

- HCC

- Parvovirose

- Staupe

- Tollwut

- Zwingerhusten

Bakterien

0,1 bis 700 Mikrometer

Vermehren sich durch Zellteilung. Das Bakterium schnürt seine Zelle in der Mitte durch und teilt sich so in zwei neue Bakterien.

Bakterien sind einzellige Lebewesen, die sich selbst vermehren können. Nicht alle Bakterien machen krank und sind teilweise wichtig für die Gesundheit. Sie können mitunter Wochen bis Monate in der Umwelt überleben.  

- Leptospirose

- Tetanus

 

Pilze

Variiert Stark nach Art

Vermehren sich durch die Bildung von Sporen oder durch Teilung. Dabei stülpt die Mutterzelle eine Tochterzelle heraus. Diese wächst dann zu fertigen Zelle heran und wird abgeschnürt.

Nicht alle Pilze sind krankmachend und kommen teilweise natürlich auf der Haut vor. Krankmachende Pilze können sich in Hautschuppen oder Haaren infizierter Tiere befinden. Darüber können sich Artgenossen, Menschen oder andere Tiere anstecken. Auch über kontaminierte Bürsten und Kämme ist eine Ansteckung möglich. Die krankmachenden Pilzelemente weisen eine hohe Widerstandfähigkeit auf und können bis zu 18 Monate in der Umwelt überleben und infektiös bleiben.

- Hautpilzerkrankungen (Dermatophytose)

- Hefepilzerkrankungen (Malassezien)

Parasiten

1 Mikrometer bis mehrere Zentimeter

Einige Parasiten wie Flöhe und Zecken vermehren sich, indem sie Eier legen. Andere hingegen, wie Giardien, durch Zellteilung.

Einige Parasiten bestehen aus nur einer Zelle. Andere gehören zu den Würmern, Insekten oder Spinnentieren. Zecken, Flöhe, Würmer, Milben und Haarlinge sind blutsaugende Schmarotzer, die meistens mit bloßem Auge sichtbar sind. Zecken, Flöhe, Milben und Haarlinge gehören zur Gruppe der Ektoparasiten. Das bedeutet, dass sie auf der Körperoberfläche ihres Wirtes leben. Endoparasiten, wie beispielsweise Würmer, leben im Körper des Tieres.

- Giardiose

- Toxoplasmose

- Flohbefall

 

Infektionen beim Hund: Ansteckungswege

Krankheitserreger können über unterschiedliche Eintrittspforten in den Hund gelangen, sich in verschiedenen Geweben ansiedeln und dort Veränderungen auslösen, die mit Krankheitssymptomen einhergehen. Manchmal werden diese von den Erregern selbst ausgelöst, indem das Virus beispielsweise die Zellen zerstört oder sich die Parasiten durch die Organe fressen. Manchmal werden die Symptome aber auch durch eine übermäßige Abwehrreaktion des Hundekörpers ausgelöst.   

Die meisten Erreger haben einen für ihre Art typischen Übertragungsweg. Bei einer Tröpfcheninfektion gelangen die Krankheitserreger aus dem Rachenraum oder Atmungstrakt bei Niesen, Husten oder Bellen in die umliegende Luft und werden dann von anderen Hunden oder Tieren eingeatmet. Die Tröpfchen können aber auch über die Schleimhäute aufgenommen werden und so in den Körper gelangen. Bei einer Schmierinfektion nehmen die Hunde  die Erreger mit dem Maul aus Köperausscheidungen, wie zum Beispiel Blut, Eiter oder Kot, auf.

Es wird außerdem noch zwischen direkter und indirekter Infektion unterschieden. Die direkte Infektion erfolgt durch einen direkten Kontakt zu dem infizierten Tier oder Menschen. Durch Berührungen, Einatmen der infektiösen Tröpfchen, gegenseitiges Ablecken oder Bisse, können die Krankheitserreger übertragen werden. Bei der indirekten Infektion nutzen die Erreger auch „Transportmittel“, um übertragen zu werden. So stecken sich Hunde zum Beispiel über infiziertes Wasser, Spielzeug oder auch Insekten an.

Allerdings erkrankt nicht jeder Hund, nur weil er einem Erreger ausgesetzt ist. Nur dann, wenn das körpereigene Immunsystem die Krankheitserreger nicht abwehren kann. Das Immunsystem des Hundes verfügt, wie auch das des Menschen, über zwei verschiedene Abwehrsysteme:

  • Unspezifische Abwehr
  • Spezifische Abwehr

Zu der unspezifischen Abwehr gehören: Haut, Haare, Schleimhäute, Magensäure, Flimmerepithel und Lunge, der Überbegriff hierfür ist anatomische Barriere und sorgt für die erste Abwehr der Erreger. Sollte die unspezifische Abwehr nicht ausreichen, um die Erreger aus dem Organismus zu entfernen, kann der Körper auf die spezifische Abwehr zurückgreifen. Hierbei wird analysiert um was für eine Erregerart es sich handelt um diese spezifisch zu bekämpfen. Der Körper kann sich die Art und die Bekämpfungsmaßnahme merken und sie bei Bedarf erneut abrufen, das wird immunologisches Gedächtnis genannt.

Infektionen beim Hund: Ansteckungsgefahr

Es gibt verschiedene Faktoren, von denen das Ansteckungsrisiko für Infektionen beim Hund abhängt. Vor allem wenn Ihr Hund viel Kontakt mit anderen Hunden hat, steigt das Risiko, sich zu infizieren. Allerdings ist regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen sehr wichtig für Ihren Liebling und sollte zum Schutz vor einer möglichen Infektion nicht generell unterbunden werden. Sollte Ihr Hund allerdings Symptome zeigen, die auf eine Infektion hinweisen, sollten Sie den Kontakt eine Zeit lang einstellen, damit er keine Artgenossen ansteckt. Gehen Sie als gutes Beispiel voran und hoffen Sie, dass auch die anderen Hundebesitzer so umsichtig sind.

Ein weiteres Ansteckungsrisiko sind Wildtiere. Vor allem Hunde, die zur Jagd eingesetzt werden, Aas fressen oder mit rohem Fleisch gefüttert werden, sind gefährdet. So können beispielsweise Staupe, Bandwürmer und Leptospirose direkt oder indirekt von Wildtieren übertragen werden.

Hunde können sich allerdings auch über den Menschen anstecken. Diese Krankheiten werden Zoonosen genannt und sind vom Menschen auf das Tier übertragbar und umgekehrt. Ein Beispiel hierfür ist eine Dermatophytose, also eine bestimmte Hautpilzerkrankung. Teilen Sie dem Tierarzt also bitte immer mit, wenn Sie und Ihr Hund gleichzeitig Krankheitsanzeichen zeigen. Allerdings können auch Hunde den Menschen infizieren. Manchmal passiert das sogar, ohne das die Infektion bei dem Hund sichtbar ist, wie zum Beispiel bei einem Fuchsbandwurm. Die Erkrankung, die mit einem Fuchsbandwurm einhergeht nennt sich Echinokokkose und kann bei Menschen zum Tod führen.

Infektionen beim Hund: Vorbeugung

Eine der effektivsten Vorbeugungsmaßnahmen ist die Impfung. Allerdings kann längst nicht gegen jede Infektion beim Hund geimpft werden. Daher ist es wichtig, bestimmte Hygienemaßnahmen einzuhalten, um Ihren Hund und sich selbst zu schützen. Sollten Sie beispielsweise mit einem erkrankten Tier in Berührung kommen, dann sollten Sie sich, bevor Sie wieder Kontakt zu Ihrem Hund haben, gründlich die Hände waschen und desinfizieren, um eine Ansteckung zu verhindern. Da sich Ihr Hund auch über ein kontaminiertes Spielzeug anstecken kann, sollten Sie es verhindern, dass sich Ihr Hund das Spielzeug mit einem fremden Hund teilt und so einer Ansteckung vorzubeugen. Um einen Befall mit Zecken und Flöhen zu verhindern, können Sie als Vorbeugungsmaßnahmen bestimmte Präparate von Ihrem Tierarzt verabreichen.

In Aas oder Nagern können auch eine Vielzahl an Erregern leben. Daher sollten Sie beim Spazierengehen darauf achten, dass Ihr Hund keine Nager frisst oder an tote Tiere geht. Auch wenn Sie Rohfleisch füttern, können sich die Tiere infizieren und erkranken – beispielsweise mit Salmonellen. Achten Sie daher darauf, dass ihr Fleisch gekühlt gelagert und möglichst schnell verarbeitet wird. In stehenden Gewässern wie kleinen Seen oder Pfützen gibt es ebenfalls Erreger die Ihren Liebling krankmachen können. Leptospirose oder Blaualgen können starke Magendarmprobleme oder Vergiftungserscheinungen auslösen. Unterbinden Sie daher, wenn möglich, das Trinken aus solchen Gewässern.

In bestimmten Einrichtungen wie Tierpensionen oder Tierheimen ist der Infektionsdruck wesentlich höher als Zuhause. Das liegt daran, dass dort viele Tiere zusammenkommen. Diese kommen aus unterschiedlichen Familien, haben Kontakt zu anderen Hunden und Tieren oder kommen vielleicht auch aus anderen Ländern. Jedes Tier kann Erreger mit in die Einrichtungen bringen und andere Tiere infizieren. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihren Hund ausreichend schützen, bevor er beispielsweise in eine Pension kommt. Viele Tierpensionen nehmen Hunde nur auf, wenn sie ausreichend geimpft sind und einen Parasitenschutz haben. Das dient nicht nur dem Schutz der anderen Hunde, sondern auch dem Ihres Hundes.

Infektionen beim Hund: Untersuchung

Um die Erregerart und die richtige Behandlung ausfindig zu machen, muss der Tierarzt manchmal Proben entnehmen. Für jede Erregerart gibt es verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten. Einige kann der Tierarzt in seiner Praxis selbst durchführen, andere müssen in einem speziellen Labor durchgeführt werden. Sollte die Probe in ein Fremdlabor geschickt werden, kann es einige Zeit dauern, bis das Ergebnis bei Ihnen, beziehungsweise in der Tierarztpraxis, eintrifft.

Um einen Erreger ausfindig zu machen, gibt es den direkten und indirekten Erregernachweis. Bei einem direkten Nachweis wird zunächst eine Kultur angesetzt, auf der sich Bakterien, Viren oder Pilze vermehren können. Nach einiger Zeit können diese dann optisch oder durch einen DNA-Test identifiziert werden. Bei dem indirekten Erregernachweis wird das Vorhandensein von erregerspezifischen Antikörpern getestet.

Es empfiehlt sich sehr, vor der Behandlung mit einem Antibiotikum einen Resistenztest durchzuführen, um das passende Medikament für den gefundenen Keim ausfindig machen zu können. Bei manchen Präparaten ist das sogar Pflicht. Denn nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jede Bakterienart. Wichtig für Sie: Eine zu kurze oder zu häufige Gabe von Antibiotika  unterbrochene Gabe kann zu Resistenzen führen und die Wirkung des Medikamentes verschlechtern. Befolgen Sie daher immer die Anweisungen Ihres Tierarztes und fragen Sie um Rat, wenn Sie eine Gabe vergessen haben, Ihr Hund den Wirkstoff nicht verträgt oder er das Medikament immer wieder ausspuckt.

Infektionen beim Hund: Behandlungen

Wie der Tierarzt Infektionen beim Hund behandelt, hängt von der Art des Krankheitserregers ab. Hat sich Ihr Hund mit Bakterien oder bestimmten einzelligen Parasiten angesteckt, können diese oft mit Antibiotika behandelt werden.

Bei einer viralen Infektion wirken Antibiotika nicht, diese können meist nur symptomatisch behandelt werden, beispielsweise durch fiebersenkende oder schleimlösende Medikamente. Aber auch durch die Gabe von Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten oder durch Fütterungsmaßnahmen, bei einer Nahrungsverweigerung.

Sollte Ihr Hund Parasiten wie Würmer, Zecken oder Flöhe mit nach Hause bringen, können Sie spezielle Präparate verabreichen, um diese möglichst schnell wieder loszuwerden. Diese wirken bei Flöhen und Zecken auch prophylaktisch und müssen in der Regel erst nach vier bis zwölf Wochen erneuert werden. Mittel gegen Würmer wirken hingegen nur in dem Moment der Gabe und töten die Würmer ab, die sich schon im Körper des Hundes befinden. Bei einigen Erregern müssen sie bestimmte Reinigungs- und Hygienemaßnahmen einhalten, um diese schnellstmöglich wieder loszuwerden. Giardien beispielsweise können nicht mit jedem Desinfektionsmittel beseitigt werden. Hier benötigen Sie spezielle Mittel. Decken und Körbchen sollten, soweit möglich, in der 90 Grad Wäsche gewaschen werden. Entsorgen Sie am besten alle Dinge, die nicht gewaschen oder desinfiziert werden können. Die Hygiene und Reinigung sollte hier höchste Priorität haben, ansonsten bekommen Sie die Infektion nur schwer oder gar nicht in den Griff.

 

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © V&P Photo Studio/fotolia.com