Es kann zu einer echten Herausforderung werden, den vierbeinigen Nimmersatt immer auf seinem Idealgewicht zu halten. Doch sobald sie leichte Pölsterchen am Hals, eine dünne Fettschicht über den Rippen oder andere Anzeichen von zu hohem Gewicht bemerken, sollten Sie handeln – ansonsten drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie eine Diät für Hunde Erfolg hat.


Inhaltsverzeichnis:


Eine Hundediät bei leichtem Übergewicht

Es gibt verschiedene Diäten für Hunde – „Diät“ bezieht sich nämlich auf die Ernährung allgemein – sodass es beispielsweise verschiedene Diäten bei bestimmten Krankheiten (beispielsweise einer Niereninsuffizienz oder bei Diabetes) gibt. Allgemein wird der Begriff aber vor allem mit einer Ernährungsweise zur Gewichtsreduktion assoziiert, und damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel. Von leichtem Übergewicht beim Hund spricht man bei einem Gewicht von bis zu zehn Prozent über dem Idealgewicht. Hier ist es in der Regel ausreichend, die Kalorienzufuhr leicht zu reduzieren. Kontrollieren Sie Ihr Fütterungsverhalten und überlegen Sie, wie viel Sie Ihrem Liebling tatsächlich am Tag geben; Speisereste und kleine Leckerlis zwischendurch werden häufig unterschätzt und nicht ausreichend in die tägliche Futtermenge miteinkalkuliert. So kann es manchmal schon ausreichen, einfach die Snacks wegzulassen. Auch sollten Sie überlegen, wie viel Auslauf Ihr Hund bekommt; manchmal ist eine kalorienreduzierte Hundediät gar nicht nötig, wenn etwas mehr Bewegung ins Spiel kommt. Stattdessen können Sie beispielsweise ein wenig von der täglichen Trockenfutterration abzwacken und dies zwischendurch geben. Gegebenenfalls können Sie auch die Hauptmahlzeiten ein wenig kleiner gestalten – nehmen Sie sich jedoch keine zu drastischen Maßnahmen vor und nicht über einen zu langen Zeitraum! Es ist weiterhin wichtig, dass Ihr Vierbeiner auch während seiner Hundediät mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Der Hunger kann gegebenenfalls gemindert werden, indem Sie das Futter auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen und Trockenfutter in Wasser einweichen, sodass es füllender ist.

Diät für Hunde mit Adipositas

Ihr Hund ist Fettleibig, sobald sein Gewicht seinen Idealzustand um 15 bis 20 Prozent übersteigt. Hier ist es wichtig, schnelle Maßnahmen gegen die Adipositas zu ergreifen, um ernste langfristige Schädigungen zu vermeiden. Denn: Obwohl Sie Ihrem Liebling mit Leckereien sein Leben versüßen wollen, kann sich seine Lebensqualität stattdessen schleichend verschlechtern. Starkes Übergewicht kann das Hundeleben sogar maßgeblich verkürzen. Eine Hundediät sollte in dieser Situation tierärztlich begleitet werden, da die Energiezufuhr deutlich reduziert werden muss, gleichzeitig aber die richtige Versorgung mit Eiweißen, Vitaminen, Mineralstoffen, Kalzium, Magnesium, Taurin und Phosphor sicherzustellen ist. Damit der Hund richtig abnimmt, wird in der Regel ermittelt, welchen Erhaltungsbedarf an Kalorien er mit seinem Zielgewicht hätte. Auf dieser Basis werden Rationen verfüttert, die ca. 50 bis 60 Prozent dieser Kalorienmenge enthalten. Eine Reduktionsdiät kennzeichnen außerdem ein reduzierter Fettanteil sowie ein erhöhter Rohfaser- und Proteingehalt. Ziel ist es, ungefähr einen Prozent des Körpermasse pro Woche abzubauen.

Spezielle Futter für eine Hundediät

Die oben beschriebenen Anforderungen einer Diät für Hunde – also ein reduzierter Energiegehalt mit angepassten Nährstoffen – sollen durch spezielle Diätfutter erfüllt werden. Diese sind keinesfalls für gesunde Tiere geeignet, sollten also nur mit tierärztlicher Absprache und nach entsprechender Diagnose vergeben werden. Eine falsche Zusammenstellung der Nährstoffe könnte sonst zu einer Mangelernährung oder Überversorgung führen, was wiederum zu neuen Komplikationen führen kann.

Grundregeln für eine erfolgreiche Hundediät

  • Seien Sie konsequent und halten Sie sich an die Anweisungen Ihrer Tierärztin oder Ihres Tierarztes – sie oder er weiß am besten, wie eine Diät für Hunde durchzuführen ist und kann individuell auf Ihren Liebling eingehen.
  • Eine konsequente Durchführung fordert die Beteiligung aller Kontaktpersonen Ihres Hundes: Auch Hundesitter:innen und Verwandte sollten sich beispielsweise an die „keine Leckerlis“-Regel halten.
  • Dokumentieren Sie die Hundediät. Für einige können Vorher-/Nachher-Fotos motivierend sein, doch in jedem Fall ist das Nachverfolgen des Gewichts in einem Tiergesundheitskalender
  • Neben der Ernährung spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Steigern Sie nach Möglichkeit die Auslastung Ihres Lieblings, sei es durch längere Spaziergänge, Futtersuchspiele oder gezielten Hundesport wie beispielsweise Agility.
  • Eine Gewichtsreduktion sollte nicht zu schnell erfolgen, da sonst neben dem Körperfett auch die Muskelmasse angegriffen werden könnte. Die richtige Nährstoffversorgung sollte immer gewährleistet sein.

Nach der Hundediät

Damit eine Diät für Hunde auch nachhaltig Sinn hat, sollten Sie auf keinen Fall wieder in alte Ernährungsmuster verfallen – ein ständiges Auf und Ab des Gewichts wollen Sie unbedingt vermeiden. Da das Auge manchmal trügt, können Sie auf regelmäßiges Wiegen zurückgreifen. Generell ist es wichtig, nicht (wieder) den Überblick über die Menge an Imbissen zwischen den Mahlzeiten zu verlieren; klare Regeln für alle Familienmitglieder sind hier hilfreich. Außerdem sollten Sie die Größe der Portionen regelmäßig anpassen, beispielsweise brauchen Hundesenioren etwas weniger Futter, als im jüngeren und aktiveren Alter.

Deutliche – erklärbare und unerklärbare – Gewichtsveränderungen sind immer mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abzusprechen. Manchmal sind Erkrankungen verantwortlich für die Zu- oder Abnahme, die dringend behandelt werden sollten und bei denen eine Diät für Hunde sogar schädlich sein kann.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Foto: © Michael Pettigrew/fotolia.com

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