Die Hundesteuer ist ein Thema mit viel Konfliktpotenzial. Neben Futterkosten und Geld für Hundezubehör sowie den Ausgaben für die Gesundheit des Vierbeiners ist sie ein weiterer finanzieller Aufwand, der bereits bei der Anschaffung bedacht und ein Hundeleben lang eingeplant werden sollte. Obwohl es bereits immer wieder zu Protesten kam, ist mit einer Abschaffung der Hundesteuer wohl so schnell nicht zu rechnen. Aber warum und wofür bezahlen Hundehalter eigentlich?

Funktion der Hundesteuer

In Deutschland gibt es die Hundesteuer bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie wurde zuerst als Luxussteuer eingeführt. Man ging davon aus, dass Menschen, die sich einen Hund zum reinen Vergnügen halten können, in der Lage sind mehr Geld aufzubringen. Ähnliches gibt es noch heute in vereinzelten Ländern für Yachten oder Schmuck. Mittlerweile ist die Hundesteuer aber eine Ordnungssteuer. Ihr Zweck ist die Anzahl der Vierbeiner in einer Stadt oder Gemeinde zu beschränken. Deshalb ist der Betrag nicht einheitlich bundesweit geregelt und steigt bei Haltung von mehreren Hunden an. Auch innerhalb der Bundesländer variiert die Summe zum Teil erheblich.

Während Hundehalter im niedersächsischen Verden beispielsweise mit 24 Euro jährlich sehr günstig wegkommen, muss man in der niedersächsischen Hauptstadt Hannover 132 Euro für den Ersthund bezahlen. Richtig teuer wird es aber für Halter von sogenannten Listenhunde. Für die in den jeweiligen Bundesländern als gefährlich eingestuften Rassen sind in der Regel Steuersätze in Höhe von 600-1000 Euro fällig. Gegen diese enorme Belastung demonstrieren regelmäßig Vereine wie der SOKA RUN e.V.

Weitere Ausnahmeregelungen gibt es für Dienst- und Assistenzhunde, die mit ermäßigten Beträgen oder auch steuerfrei gehalten werden dürfen. Stimmen und Gegenstimmen zur Hundesteuer„Absolut ungerechtfertigt, da müsste man ja auf jedes Haustier Steuern zahlen“, sagen die einen. Andere ärgern sich lediglich über die Willkür und wünschen sich mehr Gerechtigkeit bei der Festlegung der Beiträge. Und manch einer sieht die Hundesteuer als sinnvoll an. „Denn schließlich sollte einem der geliebte Hund doch 100 Euro im Jahr Wert sein, oder?“

Ein wichtiger Punkt in der Diskussion ist die Frage nach dem Sinn und Zweck: Genügend Hundefreilaufflächen und Müllkörbe sowie Kotbeutelspender würden ein friedliches Miteinander unterstützen, sind aber noch nicht in allen Städten ausreichend vorhanden. Doch die Hundesteuer ist, wie andere Steuern auch, nicht zweckgebunden und wird oft in erster Linie für die Sanierung des Haushalts verwendet. Verständnis oder Protesthaltung? Was halten Sie von der Hundesteuer? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns auf Facebook!

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