Die Gefahr lauert überall. Immer wieder finden Hundebesitzer entlang beliebter Gassi-Strecken Fleischstückchen oder Knochen gespickt mit Rasierklingen, Glasscherben oder Rattengift. Nimmt der Hund diese auf, können sie ihm schwere gesundheitliche Schäden zufügen. Die Dunkelziffer dieser Fälle ist hoch, da Sie häufig nicht zur Anzeige gebracht werden. Was Sie tun können, um Ihren Vierbeiner zu schützen und bei einer Vergiftung richtig zu handeln, erfahren Sie im Folgenden.

Giftköderschutz durch Vorsorge

Information

Hundehalter sollten aufmerksam nach Giftköderwarnungen schauen. Diese findet man in den regionalen Zeitungen, auf Radiosendern sowie über Onlineportale oder die App "Giftköderradar". Die betroffenen Gebiete sollten Sie dann meiden oder Ihren Vierbeiner an der Leine führen und ihn eventuell zusätzlich durch einen Maulkorb sichern.

Training

Hunde können lernen, dass die potenzielle "Beute" nicht zum Fressen da ist, sondern abgegeben oder gar nicht erst aufgenommen wird. Dazu eignet sich ein Anti-Giftködertraining. Mit dem Vierbeiner wird geübt, seine Beute gegen eine Belohnung freizugeben, Fundstücke anzuzeigen oder auch komplett zu ignorieren. Derartige Übungen können unter Leitung eines guten Trainers stattfinden. Viele Hundeschulen bieten bereits gezielte Kurse an. 

Beobachtung

Lassen Sie Ihren Vierbeiner nie ganz aus den Augen, so können Sie auch im Fall der Fälle schnell eingreifen. An unübersichtlichen Stellen sollten Sie Ihren Hund an die Leine nehmen. Gehört Ihr Vierbeiner zu den kleinen Allesfressern liegt eventuell eine Mangelerscheinung vor. Das können Sie im Rahmen einer tierärztlichen Untersuchung abklären. Durch genaue Beobachtung erkennen Sie erste Anzeichen einer Vergiftung oder Verletzung frühzeitig und können entsprechend reagieren. Halten Sie auch selbst die Augen nach möglichen Giftködern auf und packen Sie den Köder ein, wenn Sie einen gefunden haben. In diesem Fall sollten Sie den Fund bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Richtiges Verhalten bei einer Vergiftung

Hat Ihr Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Giftköder verschluckt, bleiben Sie ruhig. In Panik werden oft falsche Entscheidungen getroffen, die dem Tier zusätzlich schaden. Packen Sie, falls möglich, Reste des Giftköders ein und suchen Sie sofort einen Tierarzt auf. Der vierbeinige Patient sollte ruhig behandelt und warm gehalten werden. Verwenden Sie keine Maulschlinge, da der Hund möglicherweise erbrechen muss und dann Erstickungsgefahr droht. Außerdem sollten Sie nicht versuchen, Ihren Vierbeiner eigenhändig zum Erbrechen zu bringen. Viele wichtige Informationen rund um Giftköder finden Sie auch in diesem E-Book, in dem verschiedene Experten Tipps zu Prävention und Co. geben.

Der Verein "Hundefreunde gegen Hundehasser"

Angefangen haben die Hundefreunde mit einer Facebook-Gruppe, in der sich Hundebesitzer aus Hannover über Giftköder-Funde ausgetauscht haben. Mittlerweile zählt die Gruppe über 3000 Mitglieder. „Wir vermuten, dass Hundekot, der auf der Straße liegt, einer der Gründe ist, giftige Köder auszulegen“, berichtet Jennifer Schuster, die den Verein ins Leben gerufen hat. „Wir haben deswegen in verschiedenen Städten Kotsammel-Aktionen organisiert. Unter dem Motto ‚Aufheben statt vergiften‘ möchten wir Hundegegnern erst gar keinen Anlass für Hass bieten.“ Weitere Infos zum Verein und geplanten Aktionen finden Sie unter www.facebook.com/hundefreundegegenhundehasser

Foto: © DoraZett/fotolia.com

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